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KLONE – Unplugged

Mit ihrem letzten Album „Here Comes The Sun“ haben Klone einen echten Prog-Rock-Volltreffer gelandet, der allseits zu Recht für Begeisterungsstürme gesorgt hat. Nun haben sich die Franzosen Teile dieses Materials und ihrer ersten Veröffentlichung „The Dreamer’s Hideaway“ vorgenommen, um sie in einem akustischen Gewand neu zu interpretieren.

KLONE – Unplugged

„Unplugged“ heißt das neudeutsche Stichwort, das nicht selten für böse Vorahnungen sorgt, insbesondere wenn die ganze Sache halbgar präsentiert wird. Der kundige Musikfreund wird aber ahnen, dass man sich diesen Vorwurf im Falle von Klone natürlich schenken kann. Dafür bürgen sie mit viel zuviel Qualität und musikalischer Integrität.

Die Idee zu diesem klanglichen Experiment wurde geboren, als Klone im Mai 2016 für Anneke Van Giersbergen mit einem Akustik-Set eröffneten. Schnell entschloss man sich, die neu arrangierten Stücke vernünftig aufzunehmen und so einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

BATHSHEBA – Servus

Nach einem Demo-Tape und der ersten 10″ EP „The Sleepless Gods“ veröffentlichen Bathsheba nun ihr Debütalbum „Servus“. Dieses ist ein zutiefst finsterer See voll zähflüssiger Sounds, die mitnichten die Sonnenseiten des Lebens beleuchten.

BATHSHEBA – Servus

So richtig finster wird es, wenn Frontfrau Michelle Nocon (ex-Serpentcult, Leviathan Speaks, Death Penalty) zusammen mit Schlagzeuger Jelle Stevens (ex- SardoniS), Bassist Raf Meukens (Death Penalty, Torturerama), und Gitarrist Dwight Goossens (ex- Disinterred) loslegen und von Leid, Wut und Trostlosigkeit berichten.

Dies tun sie in Form von absolut wuchtigen Doomern, die am Boden des Tonspektrums kratzen und wummernd und Weh leidend dem Hörer mächtig ins Gebälk fahren. Ein tief knurrender Bass, Festungsmauer breite Riffs und ein sich dahinschleppendes Schlagzeug bilden das Grundgerüst, auf dem aber auch immer wieder feine Melodien gebaut werden. So entspringen der Gitarre mitunter filigrane, zu Herzen gehende Klänge, während Michelle Nocon ihre beschwörenden Gesänge in das Rund des Hexenzirkels stößt.

DOOL – Here Now, There Then

Auch wenn es sich bei „Here Now, There Then“ von Dool um ein Debütalbum handelt, wäre es vermessen, bei den Holländern von Newcomern zu sprechen. Die Protagonisten haben sich bereits in der heimischen Szene ihre Sporen verdient und blicken auf reichlich musikalische Erfahrung zurück.

DOOL – Here Now, There Then

Sängerin und Hauptkomponistin Ryanne van Dorst (Elle Bandita) hat sich mit den Gitarristen Nick Polak (Gold) und Reinier Vermeulen (The New Media), dem Bassisten Job van de Zande (The Devil’s Blood) sowie Schlagzeuger Micha Haring (The Devil’s Blood) zusammengetan, um abgründige Rocksongs zu erschaffen, die allesamt mit dunklen Vibes glänzen.

BRUTUS – Burst

Ursprünglich haben sich die Protagonisten von Brutus zusammengetan, um auf Tribute-Shows Refused zu covern. Dass sie als eigenständige Band aber selber genug zu sagen haben, beweisen sie nun mit ihrem Albumdebüt „Burst“, das ein wahrer Höllenritt zwischen den Genres ist.

BRUTUS – Burst

Brutus sind Stefanie Mannaerts (Schlagzeug, Gesang), Stijn Vanhoegaerden (Gitarre) und Peter Mulders (Bass) aus Leuven, Belgien. Zu dritt entwickeln sie einen Sound, der Grenzen sprengt und sich allerhand Eigenwilligkeiten herausnimmt. Sie werfen Punkrock, Hardcore, Post- und Prog-Rock in einen Topf und garnieren das Ganze auch noch mit einem Sträußchen Black Metal. Was wild klingt, ist es auch. Das diese Mischung dennoch aufgeht wie ein Hefezopf ist das Verdienst von technisch höchst versierten Musikern, die den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn bestens zu beherrschen scheinen.

CRANIAL – Dark Towers / Bright Lights

Freunde tonaler Zerstörungskraft sollte der Name Omega Massif ja bitteschön geläufig sein! Nach ihrem Split hat ein Teil der Band mit Phantom Winter die musikalische Lücke vortrefflich gefüllt. Nun dürfte es allerdings eng werden in dieser dunklen und kalten Felsspalte, da Ex-Omega Massif-Gitarrist Michael Melchers mit Cranial einen weiteren Bewohner für diese ökologische Nische zum Leben erweckt hat.

CRANIAL – Dark Towers / Bright Lights

Schon ihr erstes Lebenszeichen in Form der zwei Track EP „Dead Ends“ wusste vollends zu überzeugen. Nun schieben Cranial also ihren ersten Langspieler nach, der, und wie sollte es anders sein, feinsten und fiesesten (Post-) Metal bietet, der Versatzstücke von Sludge, Doom und Black Metal in sich vereint.

LABIRINTO – Gehenna

Wenn man von harter Mucke aus Südamerika spricht, dann kommen einem vielleicht gerade noch Sepultura in den Sinn. Dass hier jedoch deutlich mehr Talent schlummert, beweisen uns Sepulturas Landsleute Labirinto, die mit „Gehenna“ ihr neues Album vorstellen.

LABIRINTO – Gehenna

Das Rückrad von Labirinto bilden Eric Cruxen und seine Frau Muriel Curi, die bereits seit 11 Jahren mehrere EPs und Splits veröffentlicht haben, nun aber erst ihr zweites Langwerk präsentieren, welches sie im eigenen Studio mit Produzent Billy Anderson (Melvins, Neurosis, Fantomas) aufgenommen haben.

Das Resultat sind 70 spannende Minuten, die den Zuhörer fesseln. Die Brasilianer hauen uns ihren instrumentalen Post-Metal vor den Latz, der vor allem durch seine wuchtigen Riffs gekennzeichnet ist. Weit hinauf türmen sich die dunklen Songgebilde, die durchweg ein apokalyptisches Flair verströmen.

ALIDAXO – Retro War Gestern

Mit Alidaxo gibt es deutschen Sprechgesang aus dem Pott auf die Ohren. Dass man auch in Herne und Bochum kluge Reime zu aktuellen Lebenslagen parat hat, beweisen uns die Herren Mischa, Erdi und Seppo zusammen mit Produzent und Musiker Dennis Brzoska auf ihrem Debütalbum „Retro war gestern“.

ALIDAXO – Retro War Gestern

Weit weg von Dicker-Hose-Attitüde und prolligem Beef-Rap, lassen die Jungs eher reflektierte Lyrics von sich, die sowohl das Zwischenmenschliche („Anders“) beleuchten als auch Gesellschaftskritik („Plastik“) zum Ausdruck bringen, die in diesem Fall mit ihrer ironischen und treibenden Instrumentierung sogar ein wenig an Deichkind erinnert.

Überhaupt gibt es nicht nur Beats als Untermalung für die Tracks, sondern Produzent/Musiker Dennis Brzoska hat Alidaxo einen flotten Pop/Rock-Unterbau gebastelt, der je nach Themenlage die Vibes der Stücke unterstreicht.

SOEN – Lykaia

Mit „Lykaia“ stellen die Schweden Soen nun ihren mittlerweile dritten Longplayer vor, der all diejenigen vertrösten dürfte, die auch dieses Jahr wohl vergeblich auf ein neues Tool Album warten.

SOEN – Lykaia

Die toolschen Anklänge sind bei Soen schon mehr als deutlich, wobei „Lykaia“ mit seinem warmen, erdigen Klang und der eingängigen Melodieführung dann vielleicht doch eher in die A Perfect Circle Richtung tendiert…

Die Band um den Ex-Opeth Schlagzeuger Martin Lopez versteht es meisterhaft technischen Anspruch und emotionale Dichte zu verknüpfen, um daraus mitreißende Songs voll schwelgerischer Schönheit zu erschaffen. Kopf und Herz schwingen hier im Einklang, wenn progressiver Metal/Rock, perfektes Songwriting und spielerische Fähigkeiten eindrucksvoll zusammenkommen.

TWINESUNS – The Empire Never

Einen mächtig schweren und dunklen Brocken Musik präsentieren uns Twinesuns mit ihrem neuen Album „The Empire Never Ended“.

TWINESUNS – The Empire Never Ended

Und um diesen zu erschaffen benötigen die Herren lediglich zwei Gitarren (samt massiver Verstärkung und Pedal-Modulation) sowie Moog Synthesizer. Auf Drums und Gesang (ausgenommen von etwas schaurigem Gemurmel) wird hier gänzlich verzichtet. Wozu auch, dieser Soundtrack für die Reise in den schwärzesten Abgrund verdichtet seine Resonanzen ohnehin schon dermaßen, dass zusätzliche (Klang-) Materie nicht vonnöten scheint!

Inspirieren lassen hat man sich von der „Valis“-Trilogie von Philip K. Dick und die Scheibe mit ihren sieben Songs und ca. 80 Minuten Spielzeit dementsprechend thematisch in drei Teile unterteilt: „Madness“, „The contact with God“ und „The endless search for truth“.

RISING mit neuem Track und frischen Tourdates

Die grandiosen RISING aus Dänemark beehren uns aktuell nicht nur mit ihrem neuen Song „Beautiful Tomorrow„, einem neuen Bonus-Track zu ihrem letzten Album „Oceans Into Their Graves“, sie präsentieren diesen und weitere Klassiker auch noch ganz persönlich auf der kommenden Tour durch die einschlägigen Venues dieses Kontinents.

RISING – Killers Of The Mind Tour 2017

Hier die Termine:

RISING – Killers Of The Mind Tour 2017:
27.01 – Mono Goes Metal Festival, Aarhus (DK)
11.02 – Midwinter Meltdown Festival, Randers (DK)
25.02 – Kasernen, Næstved (DK)
23.03 – VeB, Lübeck (GER)
24.03 – Bährenzwinger, Dresden (GER)
25.03 – Akko, Leipzig (GER)
26.03 – Bastard Club, Osnabrück (GER)
27.03 – Alte Meierei, Kiel (GER)
12.05 – Pitstop, Kolding (DK)
13.05 – Stengade, Copenhagen (DK)
03.06 – Spillestedet, Rønne (DK)
24.06 – Copenhell, Copenhagen (DK)

FIGHT THE FIGHT – Fight The Fight

Mit „Fight The Fight” präsentiert die norwegische Combo gleichen Namens nun ihr Debütalbum, auf welchem sie sich auf moderne Weise durch sämtliche Spielarten harter Mucke arbeitet.

FIGHT THE FIGHT – Fight The Fight

Die Jugendfreunde, die sich bereits seit einiger Zeit (u.a. auch mit ihrer Vorgängerband Faenskap) durch die musikalische Undergroundszene ihrer Heimat tummeln, intonieren hier eine krachende Mischung aus Metal, Rock und Hardcore, die trotz wütendem Gekeife und kerniger Riffs immer höchst eingängige Songstrukturen aufweist, die insbesondere durch markante Refrains und Hooklines gekennzeichnet sind.

Ein amtlicher Mitgröhlfaktor ist garantiert, wenn sie ihre kurzen und knackigen Songs vom Stapel lassen. Musikalisch sozialisiert wurden die Jungspunde ohrenscheinlich durch eine Vielzahl metallischer Stile, so dass Metalcore-Anklänge genauso zu finden sind wie etwa Blastbeat-Parts („Patient Zero“).

HAUDEGEN – Altberliner Melodien

Für alle, die doch nach Berlin gehen wollen oder schon da sind, haben Haudegen mit „Altberliner Melodien“ den passenden Soundtrack zusammengestellt.

HAUDEGEN – Altberliner Melodien

Hiermit können nicht nur Neu-Berliner tief in die musikalische Geschichte der Stadt hinabtauchen, wenn die Urgesteine Hagen Stoll und Sven Gillert alias Haudegen die Gassenhauer der 1920er wieder ans Licht der Öffentlichkeit bringen.

Werke von Heinrich Zille, Paul Lincke oder Willi Kollo werden von ihnen neu interpretiert, die mit ihrem proletarischen Charme natürlich gut zur allgemeinen Haudegen-Attitüde passen. Mit schnodderiger Berliner Schnauze werden die Arbeiterweisen vorgetragen, die an ein vergangenes Berlin erinnern, das sich im Traum wohl nicht die heutige Lebenswirklichkeit hätte vorstellen können. Bei „Es gibt nur ein Berlin“ darf mit Frank Zander ein weiteres Original mit zum Mikro greifen, sodass es an Lokalkolorit sicher nicht mangelt.

GONE IS GONE – Echolocation

Was dabei herauskommt, wenn sich so namhafte Musiker wie Troy Sanders (Mastodon), Troy Van Leeuwen (QOTSA), Tony Hajjar (At The Drive In) und Mike Zarin zusammentun, konnte man bereits im letzten Sommer begutachten, als Gone Is Gone ihre ersten acht Tracks via EP präsentierten.

GONE IS GONE – Echolocation

Nun folgt mit „Echolocation” also der erste Longplayer der Herren, der den eingeschlagenen musikalischen Weg weiter ausbaut und perfektioniert. Dabei ist die Musik von Gone Is Gone mehr als nur eine einfache Mixtur aus den Klängen der Hauptarbeitgeber. Das Material ist vielschichtig und erzeugt eine hypnotische Sogwirkung, die in ihrem Inneren Alternative Rock, doomigen Sludge und psychedelische Vibes miteinander vereint.

JEFF WAGNER: SOUL ON FIRE – LEBEN UND MUSIK VON PETER STEELE

Peter Thomas Ratajczyk, besser bekannt als Peter Steele, Bassist, Sänger und Kopf von Type O Negative, starb am 14. April 2010 viel zu früh im Alter von gerade einmal 48 Jahren. In „Soul On Fire – Leben und Musik von Peter Steele“ zeichnet Autor Jeff Wagner den Lebensweg und die Karriere eines Mannes nach, der die Musik leibte, aber nur allzu oft mit sich und seiner Rolle als Rockstar haderte.

JEFF WAGNER: SOUL ON FIRE – LEBEN UND MUSIK VON PETER STEELE

Die breite Öffentlichkeit kannte jenen Peter Steele als einen charismatischen, stets sarkastischen und auch gerne provozierenden Menschen, der alleine mit seiner körperlichen Präsens – und das nicht nur durch seine Fotostrecke im 1995er Playgirl Magazin (!) – für Aufsehen sorgte. Für noch mehr Furore sollte allerdings sein musikalisches Werk sorgen, das sich insgesamt durch eine erstaunliche Vielschichtigkeit auszeichnet.

BABYMETAL – Live At Wembley

Mit „Live At Wembley“ präsentieren die japanischen Metal-Girlies Babymetal ein Livealbum, welches im Rahmen ihrer 2016er „Babymetal World Tour“ in der SSE Arena, Wembley in London für die Nachwelt mitgeschnitten wurde.

BABYMETAL - Live At Wembley
BABYMETAL – Live At Wembley

Diese drei „Babes“ sind schon ein echtes Phänomen…! Su-Metal, Yuimetal und Moametal unter der Leitung ihres Chefdenkers Kobametal unterbreiten nun schon seit geraumer Zeit ihre völlig überdrehte Mischung aus hartem Metal und bonbonbuntem Japan-Pop. Eine Mixtur, die so „over-the-top“ ist, dass selbst eingefleischte Genrepolizisten ihre Begeisterung für Babymetal nur schwerlich verheimlichen können.

Und so verwundert es auch nicht, dass sie die neue Wembley Arena mal eben locker mit gut 12.000 Leuten füllen. Diese bekommen eine bis ins kleinste Detail durchinszenierte Show geboten, die insgesamt 13 Hits aus dem Oeuvre der „Band“ umfasst.

NEKROKRAFT – Will O’Wisp

Die Schweden Nekrokraft legen mit ihrem Debütalbum „Will O’Wisp“ sieben schwarzmetallische Kracher vor, die selbst dem Gehörnten bestens gefallen dürften, dem hier natürlich stilecht gehuldigt wird.

NEKROKRAFT - Will O’Wisp
NEKROKRAFT – Will O’Wisp

Die Corpse-Paint geschmückten Gesichter der Urheber von „Will O’Wisp“ machen schon rein visuell deutlich, mit welchem Genre wir es hier zutun haben. Nekrokraft spielen Oldschool-Black-Metal, der hier und da auch mal eine thrashige Note verpasst bekommt. Kühle Gitarrenriffs und unheilvolles Gekeife treffen auf eine recht differenzierte Raserei. So blastet sich das Schlagzeug nicht nur stumpf durch die Tracks, sondern weiß ideenreich den Rhythmusteppich zu variieren.

Überhaupt wissen Nekrokraft eine beachtliche musikalische Qualität an den Tag (…oder besser die Nacht!?) zu legen. Die Gitarren lassen sowohl eiskalte Riffs als auch flirrende Melodien erklingen. Vereinzelte Choräle unterstützen das epische Moment, wobei bei „Forestlurker“ sogar die Kirchenorgel erklingt, um zur schwarzen Messe zu laden.

DEAD LABEL – Throne Of Bones

Mit „Throne Of Bones“ legen die Iren Dead Label ihr zweites Album vor, auf dem der geneigte Hörer modernen Thrash Metal geboten bekommt, der auch mal ganz vorsichtig in Richtung Hardcore herüberschielt.

DEAD LABEL - Throne Of Bones
DEAD LABEL – Throne Of Bones

Das Trio bestehend aus Sänger / Bassist Dan O’Grady, Gitarrist Danny Hall und Schlagzeugerin Claire Percival zocken sich auf der Scheibe durch acht beinharte Tracks, die es dennoch nicht an Eingängigkeit vermissen lassen. Das Material erinnert an Machine Head oder Lamb Of God, ist allerdings mit einer Prise Hardcore angereichert und hat insgesamt eine eher moderne Ausrichtung.

KAPITAN KORSAKOV – Physical Violence Is The Least Of My Priorities

Die aus dem belgischen Gent stammenden Kapitan Korsakov schicken mit „Physical Violence Is The Least Of My Priorities” ihren neuen Longplayer ins Rennen, der Noiserock zwischen lärmigen Ausbrüchen und durchaus eingängigen Melodien für die Hörerschaft bereithält.

KAPITAN KORSAKOV - Physical Violence Is The Least Of My Priorities
KAPITAN KORSAKOV – Physical Violence Is The Least Of My Priorities

Aufgenommen in den Electric Audio Studios in Chicago unter der Federführung von Steve Albini, präsentiert sich das Material von Kapitan Korsakov recht nonkonform, auch wenn hier und da sogar etwas Pop unter der rostigen Oberfläche hervorblitzt.

Immer etwas neben der Spur zu sein, scheinen sich die Belgier als Devise selbst auf die Fahne geschrieben zu haben. Irgendwie kratzt und beißt es immer auf „Physical Violence Is The Least Of My Priorities”, selbst wenn man sich wie bei „Hearts To Hard“ an einer Pianoballade versucht. Sonst sorgen eher schrammelige Gitarrenklänge für eine noisige Stimmung, zu der auch der nölige Gesang von Frontmann / Gitarrist Pieter-Paul Devos beiträgt.

NO LIGHT – Gemini

Erst vor kurzer Zeit haben sich die Dänen No Light mit einer ersten EP dem Publikum vorgestellt. Nun schieben sie mit „Gemini“ bereits ihren Debüt-Langspieler nach, der die gute alte Tradition des 90er Garage- und Noise-Rocks hochleben lässt.

NO LIGHT - Gemini
NO LIGHT – Gemini

Ohne großen Firlefanz zockt sich das Quintett in klassischer Rockformation (Gesang, 2x Gitarre, Bass, Schlagzeug) durch seine melodisch-lärmigen Songs, die allesamt ein wenig Wehmut verströmen. Vielleicht liegt das an dem thematischen Roten Faden des Albums, der sich um das Älterwerden und der damit verbundenen verwirrenden Suche nach einer Identität zwischen jugendlicher Leichtigkeit und den Verantwortungen des Erwachsenseins spinnt.

METALLICA – Hardwired…To Self-Destruct

Wohl kaum eine Veröffentlichung dürfte dieses Jahr so heiß ersehnt worden sein wie das neue Album der größten Rockband der Gegenwart. Die Rede ist natürlich von Metallica, die mit „Hardwired…To Self-Destruct” nach knapp achtjähriger Schaffenspause neues Material an den Start bringen, das streckenweise zu dem besten gehört, das sie seit langem geschaffen haben.

METALLICA - Hardwired…To Self-Destruct
METALLICA – Hardwired…To Self-Destruct

Dabei stecken Metallica in dem gleichen Dilemma wie alle großen Heroen des Rock’n’Roll, ob sie nun AC/DC, Slayer oder Iron Maiden heißen. Stets agieren sie in dem Zwiespalt zwischen Moderne und selbstreferenzieller Vergangenheit. Zwischen halbgarer Aufgüsse alter Erfolgsrezepte und der Anbiederung an den Zeitgeist fällt es denkbar schwer, den geneigten Fan und Sympathisanten zufrieden zu stellen. Insbesondere für eine Band wie Metallica, die alte Thrasher und – seit dem „Black Album“ – auch das Mainstream-Publikum unter einen Hut bringen muss.