LABIRINTO – Gehenna

Wenn man von harter Mucke aus Südamerika spricht, dann kommen einem vielleicht gerade noch Sepultura in den Sinn. Dass hier jedoch deutlich mehr Talent schlummert, beweisen uns Sepulturas Landsleute Labirinto, die mit „Gehenna“ ihr neues Album vorstellen.

LABIRINTO – Gehenna

Das Rückrad von Labirinto bilden Eric Cruxen und seine Frau Muriel Curi, die bereits seit 11 Jahren mehrere EPs und Splits veröffentlicht haben, nun aber erst ihr zweites Langwerk präsentieren, welches sie im eigenen Studio mit Produzent Billy Anderson (Melvins, Neurosis, Fantomas) aufgenommen haben.

Das Resultat sind 70 spannende Minuten, die den Zuhörer fesseln. Die Brasilianer hauen uns ihren instrumentalen Post-Metal vor den Latz, der vor allem durch seine wuchtigen Riffs gekennzeichnet ist. Weit hinauf türmen sich die dunklen Songgebilde, die durchweg ein apokalyptisches Flair verströmen.

Hier und da sorgen Synthesizer und Streicher für zusätzliche dystopische Klangteppiche, die die Heaviness des Materials aber nur noch mehren. Zwar wissen Labirinto ihre Musik dynamisch zu inszenieren, auf flirrende Leichtigkeit, wie sie einige ihrer Genrekollegen gerne mal einstreuen, verzichten aber fast gänzlich. Vielmehr regiert hier brachiale Epik, die einem nicht selten die Nackenhaare kräuseln lässt.

Labirinto sind sicherlich der passender Geheimtipp für Freunde mächtiger Wuchtmucke mit dunklem Anstrich.

LABIRINTO – Gehenna (Pelagic / Cargo)

(Jens)