Der Fußball nutzt die Kraft der Musik

Fußball und Musik sind untrennbar miteinander verbunden. Sowohl die Klubs, als auch die Fans im Stadion machen sich die Kraft der Songs zunutze, um ihre Gefühle in die Welt hinauszuschreien.

Zahlreiche Klassiker der Musikgeschichte haben in den Fußballstadien dieser Welt ihren zweiten Frühling erlebt und werden bis heute ausgiebig zelebriert. Der Musikgeschmack der Fans hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert, doch die Emotionen sind geblieben.

Tempo, Spannung und Rhythmus

Der italienische Star-Trainer Giovanni Trapattoni behauptetet einst: Jeder der Mozart hört, kann besser Fußball spielen. Damit spielte er auf Tempo, Spannung und Rhythmus in der Musik an. Diese Fakten spielen schließlich auch im Sport eine große Rolle. Doch die Fußballfans von heute bevorzugen als musikalischen Muntermacher eher fette Beats und treibende Gitarren. Musik ist, genauso wie Fußball, pure Leidenschaft. In Kombination ergeben die beiden eine explosive Mischung.

Das machen sich die Vereine ebenso zunutze, wie die Fans. Beide setzten die Kraft der Musik gezielt ein, um das Spiel mit noch mehr Bedeutung aufzuladen und sich in Stimmung zu versetzen. So profitiert der Sport über alle Maßen.

Schließlich ist Fußball ein unverzichtbarer Bestandteil der Unterhaltungsindustrie geworden. Von ihm hängen nicht nur die Einschaltquoten der Fernsehsender, sondern auch zahlreiche andere Industrien, wie beispielsweise Sportwetten oder das Merchandising ab. Je mehr Emotion im Spiel ist, desto erfolgreicher können die Unternehmen agieren. Diese Emotionen liefern nicht nur die Leistung der Spieler, sondern auch die begleitende Musik.

„You’ll Never Walk Alone“

Der richtige Song zum richtigen Zeitpunkt stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl im Fußball und stärkt die Moral der Spieler. Wer sich mit seinem Klub-Song identifiziert, tut alles für den Verein. Es gibt weltweit wohl keine andere Nummer, die diese Emotionen so perfekt symbolisiert, wie die Klubhymne des FC Liverpool. Der Kultverein aus England begeistert seine Fans seit Jahrzehnten. Die eingeschworene Fangemeinde der Reds definiert sich allerdings nicht nur über seinen Powerfußball, sondern auch über seine Hymne.

Wenn „You’ll Never Walk Alone” aus den Stadien-Lautsprechern erklingt und Zehntausende Fans begeistert mit einstimmen, bekommen selbst die härtesten Fans weiche Knie. Die Klubhymne garantiert Gänsehaut und feuchte Augen. In diesem Moment stehen die Fans des FC Liverpool zusammen wie ein einziger Mann. Die Geschichte des Songs ist darüber hinaus beispielgebend für die Symbiose von Fußball und Musik.

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Von Rdikeman at the English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

Von den Charts ins Stadion

„You’ll Never Walk Alone” stammt ursprünglich aus dem Broadway-Musicals Carousel. Im Text blicken die Sänger optimistisch in die nahe Zukunft. Frank Sinatras Fassung war bereits ein großer Hit, doch erst in der Interpretation der Liverpooler Band Gerry & the Pacemakers entwickelte sich den Song zur Stadionhymne des Fußballvereins. 1963 kam er in die britischen Charts.

Zu jener Zeit war es England üblich, dass vor dem Anstoß im Stadion aktuelle Hits gespielt wurden. Angeblich fiel der Legende nach einmal, während die Nummer lief, die Stadionanlage aus. Die Fans stimmten den Song daraufhin selbst an und kreierten so die bis heute am meisten verehrte Fußballhymne.

Seither sind zahlreiche Nummern zu Fußball-Klassikern aufgestiegen. Sie eigenen sich ideal dafür die Fans auf ein großes Match einzustimmen, oder um große Erfolge ausgelassen zu feiern.

„We Are the Champions“

Wenn der legendäre Queen-Sänger Freddie Mercury seine Stimme erhebt, dann verspüren nicht nur die Musikfans eine wohlige Gänsehaut.

„We Are the Champions“ aus dem Jahr 1977 hat schon vor Jahrzehnten seinen fixen Platz in den Fußballstadien dieser Welt gefunden. Der Song eignet sich perfekt dazu, um große Triumphe ausgiebig zu feiern.

Er erklingt nicht nur im Fußball, sondern auch bei zahlreichen anderen Sportarten, vor allem bei Siegerehrungen. Der Queen-Klassiker war 1994 die offizielle Hymne der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA und wurde von Wissenschaftlern im Jahr 2011 zum eingängigsten Song aller Zeiten gekürt. Der Song ordnet sich damit in eine ganze Reihe von Fußballhymnen ein, die Fans seit Jahrzehnten lieben und zelebrieren.

Ein Riff sorgt für Aufsehen

Dass „Seven Nation Army“ einmal in den Fußballstadien dieser Welt erklingen würde, hätte sich Jack White von der amerikanischen Band The White Stripes wohl ursprünglich nicht gedacht. Doch das von ihm komponierte Gitarrenriff ist so einprägsam und kraftvoll, dass es wie für den Fußball gemacht scheint.

Kein Wunder also, dass der Song ursprünglich von Fußballfans in Belgien für sich entdeckt wurde und anschließend bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zur Hymne aufstieg. Doch verwendet wird dabei lediglich der Beginn der Nummer.

Mit Kreativität zum Erfolg

Das zeigt, dass die Fans durchaus bereit sind einen Song so zu adaptieren, dass er für ihre Zwecke passt. Die Anhänger von Schalke 04 funktionierten „Go West“ von den Pet Shop Boys kurzerhand zu „Steht auf, wenn ihr Schalker seid“ und waren damit Vorbild für zahlreiche weitere Adaptierungen.

Der FC Bayern München hat mit „Der Stern des Südens“ seine eigene Hymne. Der Song war der einzige Hit des Münchner Sängers Willy Astor und erklingt noch heute bei jeder Meisterfeier der Bayern. Nach 23 Jahren im Einsatz kennt heute jeder Fan des Vereins Text und Melodie in- und auswendig.

Die Verehrung geht sogar so weit, dass sie einzelnen Spielern einen umgetexteten Song widmen. Bestes Beispiel dafür ist der englische Stürmer Jamie Vardy. Die Fans der englischen Fußball-Nationalmannschaft machten aus Galas „Freed from Desire“ einfach „Vardy´s on Fire“ und feierten damit ihren Held bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Der Song wurde sogar als Charity-Single veröffentlicht.

Die Macht der Noten

Es gibt nur wenige Dinge auf der Welt, die Menschen so sehr mit Glück erfüllen können, wie Musik. Sie hat einen enormen Einfluss auf das Leben. Musik ruft Erinnerungen wach, ermöglicht Kommunikation mit anderen und sorgt dafür, dass der Körper Glückshormone ausschüttet. Sie wirkt auf allen Ebenen des Gehirns und hat einen direkten Zugang zu den Emotionen.

Zahlreiche Sportler nutzen sie, um sich für den Wettkampf in Stimmung zu bringen und ihren Körper an die Leistungsgrenze heranzuführen. Im Fußball schweißen die Hymnen Fans und Mannschaft zusammen. Gemeinsam nehmen sie so ihre Ziele in Angriff und feiern ausgelassen ihre Erfolge.