Die besten Casino-Filme

Nervenkitzel in eleganter Atmosphäre, das Beisammensitzen unterschiedlichster Charaktere, die Hoffnung auf das große Geld und die Gnadenlosigkeit des Glücks – es ist kaum verwunderlich, dass Casinos eine beliebte Kulisse für Spielfilme darstellen.

Daniel Craig on Venice yacht crop By Flickr user wonderferret [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Daniel Craig on Venice yacht crop By Flickr user wonderferret [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
James Bond besuchte bereits in seinem ersten Abenteuer 1954 – damals noch als Fernsehfilm – das berüchtigte Casino Royale, sowie 2006, von Daniel Craig verkörpert, noch ein zweites Mal. Und auch in den meisten anderen Filmen der Reihe schaut der elegante Geheimagent im Dienste Ihrer Majestät zumindest einmal in einem Casino oder an einem Pokertisch vorbei (als sein Lieblingsspiel gilt allerdings Baccarat).

Einer der erfolgreichsten „echten“ Casino-Filme der vergangenen zehn Jahre war das Thrillerdrama 21, das (wenn auch nur sehr lose) auf dem journalistischen Sachbuch „Bringing Down the House“ basiert. Letzteres erzählt von den real existierenden MIT Blackjack Teams, die sich in den späten 1970er Jahren am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge gebildet haben: Unter dem Einsatz der sogenannten Kartenzähltechnik und ausgeklügelter mathematischer Systeme gelang es diesen Teams, Casinos in der gesamten Welt über Jahrzehnte hinweg im Blackjack zu schlagen und um mitunter enorme Geldsummen zu „erleichtern“. Die Filmumsetzung erzählt diese Geschichte am Beispiel des talentierten Studenten Ben Campbell, der von seinem Mathematikprofessor – verkörpert von Kevin Spacey – in eine der geheimen Blackjack-Gruppen eingeladen wird. Dort erlernt er die Technik des Kartenzählens und bereist mit seinen Teammitgliedern bald schon die größten Casinos der Glücksspielmetropole Las Vegas. Verständlicherweise sind die Methoden der Gruppe in den Casinos gar nicht gern gesehen, sodass sich schon bald ein dramatisches Wettrennen um die ausgefuchstesten Tricks und Gegenmaßnahmen im Blackjack (auch als 17 und 4 bekannt, daher der Name des Films) entwickelt – und nicht zuletzt ein bewegendes, menschliches Drama um einen jungen Mann, seine große Liebe und seinen Mentor.

Eine ähnliche Geschichte ist übrigens auch Bestandteil des Autismus-Dramas Rain Man mit Dustin Hoffmann und Tom Cruise. Der mathematisch besonders begabte und mit einem erstaunlichen Erinnerungsvermögen gesegnete Raymond Babbitt wagt sich auf Drängen seines zwielichtigen Bruders Charlie ans Kartenzählen und gewinnt in Las Vegas tatsächlich große Summen, bis auch hier der Sicherheitschef eines Casinos auf den Plan tritt und dem Duo drohend nahelegt, die Stadt recht bald zu verlassen.

Der Film Casino des großen Meisterregisseurs Martin Scorsese stammt aus dem Jahr 1995 und ist ein klassischer Mix aus Drama und Kriminalfilm. Ebenfalls auf einem Buch basierend, erzählt der Film die Geschichte des ehemaligen Berufsspielers Sam „Ace“ Rothstein, der infolge seiner guten Kontakte zur Mafia die Chance erhält, ein neues Casino in Las Vegas zu leiten. Mit viel Perfektionismus, Intelligenz und Erfahrung im Glücksspiel gelingt ihm das zunächst auch bestens: Die Umsätze des Casinos verdoppeln sich, Ace streicht Gehälter in Millionenhöhe ein, und seine Bosse sind zufrieden. Doch nicht alles läuft in seinem Haus, Ace gibt sich mit den falschen Leuten ab, verliebt sich in die falsche Frau, und legt sich auf eine Weise mit den lokalen Eliten an, die ihn und sein Geschäft in ernste Gefahr bringen wird: Bald ermitteln das FBI, Mitglieder der Mafia verwüsten die Stadt mit einer Mordserie, und ein einstiger Jugendfreund versucht gar, Ace in einem Bombenattentat umzubringen… Der mit hochkarätigen Schauspielern wie Robert de Niro, Sharon Stone und Joe Pesci besetzte, oscarnominierte Kultfilm erzählt eine mitreißende Geschichte von den persönlichen Schwächen und Lastern der Menschen, in der das Casino als Sinnbild für den Kapitalismus, Macht und Stolz fungiert – und nebenher ein überzeugendes Porträt des historischen Las Vegas.

Dass es auch leichter geht, beweisen Filme wie die Komödie Hangover, in der Bradley Cooper, Ed Helms und Zach Galifianakis zur Feier des Junggesellenabschiedes ihres Freundes Doug nach Las Vegas reisen. Hangover ist zwar kein Casino-Film im klassischen Sinne, gebraucht den Nervenkitzel des Glücksspiels, die glitzernden Fassaden der Wüstenstadt, ihre luxuriösen Hotels und ihre zwielichtige Halbwelt allerdings, um eine der wohl lustigsten Komödien überhaupt zu erzählen: Nach einer ebenso unterhaltsamen wie durchzechten Nacht erwachen die drei jungen Männer am nächsten Morgen nämlich in ihrem Hotelzimmer – sichtlich mitgenommen, aber ohne Erinnerungen an die Ereignisse der letzten Stunden, und zu allem Überfluss ist ihr Freund Doug spurlos verschwunden. Diese Konstellation bildet den Auftakt für eine wilde Reise durch die Stadt, verzweifelt bestrebt, den Vermissten rechtzeitig bis zu seiner eigenen Hochzeit wieder aufzufinden.

Die Glücksspielmetropole Las Vegas also ist das verbindende Element fast aller Casino-Filme, vor allem der aus Hollywood. In der Realität ist es freilich schon lange nicht mehr nötig in die Ferne zu reisen, um den Nervenkitzel beim Poker, Blackjack oder am Roulettetisch selbst erleben zu können. Neue Online Casinos bringen diese Erfahrung auch in die eigenen vier Wände oder sogar unterwegs auf das Smartphone. Die Atmosphärung mag dort nicht ganz die selbe wie in Las Vegas sein, aber der Nervenkitzel bleibt und vor zwielichtigen Unterweltfiguren braucht sich auch niemand fürchten.