Eek! Sporting Event Cameo Performance Arrive In Europe

In Amerika ist es schon lange Tradition. Jetzt hält die Entwicklung auch nach und nach Einzug in Europa.

Sportveranstaltungen werden zu großen Multimedia-Events hochstilisiert. Früher Stand das Duell im Mittelpunkt, dass gegnerische Teams oder auch Einzelspieler gegeneinander ausrichteten, heute ist dieser Wettkampf nur der Höhepunkt von vielen Veranstaltungen, die aneinandergereiht im Rahmen des großen Events stattfinden.

Superbowl XXXIX, 2005

Besonders der Auftritt von Musikern, vor dem Spiel, während der Halbzeitpause oder danach wird immer beliebter. In Europa wird dieser Trend noch etwas skeptisch betrachtet, während in den USA diese Shows fest zum Programm gehören und teilweise für manche Zuschauer schon alleine der Grund sind, die Veranstaltung zu besuchen. Das berühmteste Beispiel ist wohl die „Halftime-Show“ beim „Superbowl“. Alleine um diese etwa 10-minütige Show entsteht ein Medienhype, der kaum in Worte zu fassen ist. Die Halbzeitshow hat sogar ihre eigene Wikipedia-Seite. Inzwischen berichten sogar viele deutschen Medien explizit über die Show in der schon unter anderen Michael Jackson, Lady Gaga, Justin Timberlake performten, und erwähnen den sportlichen Wettkampf nur beiläufig.

Diesen Trend versuchen nun Veranstalter und Vereine für sich und ihre Sportart zu nutzen. Es soll die Attraktivität und natürlich auch der Umsatz gesteigert werden. Beim diesjährigen Champions-League-Finale, welches am 3. Juni in Cardiff in Wales ausgetragen wurde, traten die Black Eyed Peas auf. Das Finale, in dem Juventus Turin und Real Madrid um die europäische Krone im Fußball kämpften, war durchaus kompetitiv und schön anzuschauen. Der Auftritt der amerikanischen Popband hingegen ging eher unter. Mitten in der ansteigenden Spannung kurz vor dem Auftritt hatte die Band die Aufgabe ihre Hits zu spielen. Die Fans allerdings waren wohl so laut und voller Vorfreude, dass die Band kaum zu hören war. Zudem bewirkte der Auftritt eine Verzögerung des Anpfiffs, was vielen Fans vor Ort und zu Hause vor den Bildschirmen sauer aufstieß.

Helene-Fischer-Schleyerhalle

Ein weiteres besonders exemplarisches Beispiel war der Auftritt der Schlagersängerin Helene Fischer beim deutschen Pokalfinale. Als Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt gegeneinander um den „Pott“ kämpften, sollte das Popsternchen eigentlich für gute Stimmung sorgen. Es kam aber ganz anders. Beide Fanlager, aber besonders jenes der Frankfurter hatten nämlich schon früh angekündigt, ihren Unmut zu äußern und so wurde Helene Fischer während ihres Auftritts in der Halbzeit gnadenlos ausgepfiffen. Diese zog ihre Vorstellung aber professionell durch und wusste wohl auch schon, dass sich diese Aktion gegen den DFB und nicht gegen sie richtete. Denn die Fans können mit solchen Shows nichts anfangen und möchten unbedingt verhindern, dass Fußball zu sehr „eventisiert“ wird.

Die Fans des reinen Sports werden mit dem gestiegenen Interesse der Veranstalter, die Events zu erweitern und zu kommerzialisieren, versuchen vermehrt dagegen vorzugehen, allerdings ist die Hoffnung nicht groß dies zu verhindern. Hoffentlich verändert dies nicht zu sehr die außergewöhnliche Stimmung, die unter den Zuschauern der Sportduelle herrscht.