Kraft & Wirkung der Musik: was Klänge in uns bewirken

Wir alle kennen Songs, die sich wie ein Ohrwurm in unser Gedächtnis brennen. Mit ihnen verbinden wir bestimmte Ereignisse, Filme oder Computerspiele und verleihen der Musik eine besondere Bedeutung. Diese Wirkung kann Emotionen in unterschiedlichster Ausprägung hervorrufen. Einerseits kann es Freude sein, auf der anderen Seite aber auch Trauer, Wut oder Verzweiflung. Aber wie gewinnt Musik diese Macht über den Menschen?

Mit musikalischen Klängen ist es möglich, unseren seelischen Zustand widerzuspiegeln. Was die Musik schon lange weiß, macht sich auch die Film- und PC-Branche zunutze. Dank der Tonkunst haben Melodien eine enorme Wirkung, wenn sie in Filmen oder auch in Computerspielen zum Einsatz kommen. Sie untermalen Szenen, sorgen für einen großen Spannungsbogen und wecken selbstverständlich Emotionen. Unterschieden werden muss hierbei zwischen der klassischen Hintergrundmusik, der aktiven musikalischen Ausrichtung und zwischen dem besonderen Genre des Ambient. Nicht vielen Hörern ist diese Musikrichtung geläufig. Dabei spielt es besonders in Filmen und auch bei Computerspielen eine sehr große Rolle.

Was ist unter dem Genre zu verstehen?

Als Ambient wird eine Variante der elektronischen Musiklinien bezeichnet. Hier geht es darum, lang gezogene, warme und sphärische Klänge miteinander zu kombinieren. Ein besonderer Rhythmus ist dabei nicht gegeben. Er steht eher im Hintergrund. Es geht vielmehr darum, die eingebrachten Melodien mithilfe von elektronischen Klangerzeugern zu kreieren. Bekannte Musiker, die in diesem Genre unterwegs sind, sind beispielsweise Thomas Köner, Robert Rich oder Harold Budd. Diese besondere Musikrichtung findet nur selten den Weg in die Hitparaden und Charts. Das Duo R Plus, bestehend aus Sängerin Dido und ihrem Bruder Rollo Armstrong, zählen noch zu den aktuelleren Vertretern des Genres. Doch als Hintergrundmusik in Filmen, Serien, Beiträgen im Fernsehen und bei Computerspielen lassen sich diese besonderen Melodien allerdings hervorragend zum Einsatz bringen. Erst das Erzeugen von Emotionen, von einem Spannungsbogen und das Untermalen der einzelnen Szenen macht Filme, Spiele und Clips erst so richtig aussagekräftig.

Dabei gilt es den richtigen Ton zu treffen. Romantische Szenen werden mit Streichern untermalt, während harte Actionsequenzen mit lauten Instrumenten bespielt werden. In Psychothrillern kommt dagegen häufiger Musik aus dem Ambient-Genre zum Einsatz, um die psychologische Wirkung und Verwirrung zu verstärken. Computerspiele, die mit Helden und Fantasywesen besiedelt sind, erhalten eher einen heroischen Klang mit Bläsern und Posaunen. Beim Pokern wird vorranging auf Hintergrundmusik gesetzt, die Spannung erzeugt und mit leisen, gleichbleibenden Tönen den Klangteppich präsentiert.

Töne sind der Schlüssel zu unseren Gefühlen. (Quelle: Pixabay)

Musik trifft in uns immer

Klänge jedweder Art erreichen unser Herz und unsere Seele. Auch wer keinen expliziten Musikgeschmack besitzt, kann sich nicht davon freisprechen, ein Gefühl durch Noten, Sequenzen und besondere Töne zu erhalten. In welchem Umfang diese Emotionen stattfinden, hängt von verschiedenen Kriterien ab.

Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: Eine spannende Szene in einem Film ohne Ton funktioniert nicht. Jeder, der einmal den Sound ausgeschaltet hat, wird sofort erkennen, dass kein Spannungsaufbau stattfindet. Die Schauspieler können sich noch so bemühen – sie werden nicht die passenden Emotionen erzeugen. Mit einer guten Hintergrundmusik, die zur Szene passt, ist die Spannung aber sofort präsent. Wir fiebern plötzlich mit den Darstellern mit, wünschen eine Aufklärung und hoffen, dass diese Sequenz zu unserem Wohlwollen aufgeklärt wird. Die Reaktionen, die dabei erzeugt werden, sind sehr unterschiedlich.

Eine Geschichte mit Tönen erzählen?

Töne, Klänge, Hintergrundmusik oder sonstige Geräusche untermalen aber nicht nur das Geschehen. Sie können auch ganz eigenständig eine Geschichte erzählen. Es gibt Klanggeschichten, die völlig ohne Worte und ohne Schauspiel auskommen. Das Musikstück allein erzählt die Geschichte.

Tonart, Lautstärke, Instrumente und das Zusammenfügen aller Bausteine führen zur Handlung. Sergei Prokofjews „Peter und der Wolf“ ist ein klassisches Beispiel für eine Geschichte, die allein mit Tönen erzählt wird. Wer das Musikmärchen einmal gehört hat, kann nahezu jedem Instrument das passende Tier zuordnen, was ausschließlich durch die musikalischen Beiträge funktioniert. So stellt die Querflöte die Vögel dar, die Oboe ist die Ente und das Fagott der Großvater. Kommt der Wolf, dann wird dieser von den drei Hörner lautstark angekündigt.

Die klassische Musik war Vorreiter der Klanggeschichten. (Quelle: Pixabay)

Songs und Jingles wecken Erinnerungen

Auch wenn man kein Freund der klassischen Musikdarbietungen ist, vielleicht keinen Lieblingsinterpreten hat oder ungern das Radio laufen lässt, manifestieren sich Melodien im Kopf, die man nicht mehr vergisst. Weil sie uns berühren, Erinnerungen in uns wecken und für eine bestimmte Situation im Leben stehen. Das gilt für Filme ebenso wie für Computerspiele.

Jeder hat einen Lieblingsfilm, dessen Melodie er mitsummen kann. Jeder kennt die Hintergrundmusik von den Games, die immer wieder gespielt werden. Ein Beleg dafür, dass sie unweigerlich mit unseren Erinnerungen verbunden sind. Der erzeugte Wiedererkennungswert gibt Sicherheit, Geborgenheit und zeigt uns, dass in gewisser Weise auch Beständigkeit existiert. Dass man sich auf Dinge verlassen kann, die uns vertraut sind und die uns durch das Leben begleiten. Jingles für Produkte sind in diesem Zuge das beste Beispiel: Die Klänge aus Werbung von Coca Cola, Langnese, der Dauerbrenner Carglass oder dem wuchtigen Klang der knackigen Rügenwalder kann jeder Fernsehzuschauer mitsingen. Für die Werbeindustrie sind die Töne zu ihrem Produkt ein wichtiges Marketinginstrument, um den Kunden innerhalb weniger Sekunden seine Dienstleistung ins Gedächtnis zu rufen, ohne lange Erklärungen abzugeben.

Die klassische Musik war Vorreiter der Klanggeschichten. (Quelle: Pixabay)

Ein Leben ohne Töne und ohne Klänge ist gleichzusetzen mit einem Leben ohne Emotionen. Ein Zustand, den niemand möchte. Die musikalische Untermalung gehört somit zu unserem Alltag und gibt verschiedenen Situationen die richtige Würze. Sie sorgt für unser Seelenheil und hat die Macht, ihre ganz eigene Wirkung zu entfalten.