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Popkultur und ihre Elemente – eine Untersuchung

Die Massenkultur, auch Popkultur genannt, prägt nicht nur das Alltagsleben, sondern ein Stück weit auch den Charakter zahlloser Menschen. Darum erscheint es ungemein spannend, einen kleinen Exkurs in diese Richtung zu wagen, um die Elemente unserer Populär-Kultur genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Die Medien üben einen großen Einfluss auf den modernen Menschen aus. Heute fallen darunter kaum noch Zeitungen aus Papier oder gedruckte Bücher, sondern vielmehr die digitalen Kanäle jeglicher Couleur. Filme, Spiele, soziale Medien, Blogs und Webseiten: Hier tummelt sich förmlich die ganze Welt, man tauscht sich untereinander aus, kommuniziert oder igelt sich einfach nur ein. Die äußere Form erscheint dabei stets hochmodern, doch im inneren Kern finden sich uralte Themen wieder.

Von den Superhelden, den Bösewichten und der ewigen Spielerei

Helden und Bösewichte, die bereits in alten Zeiten unsere Lagerfeuergeschichten bereicherten, beanspruchen auch einen festen Platz in der aktuellen Popkultur. Marvel und DC gehören zu den ungekrönten Häuptern dieser Kreativ-Branche, sie produzieren regelmäßig neue Superhelden mit spannenden Fertigkeiten. Ihnen gegenüber stehen die fiesen Antihelden, meist ebenfalls supermächtig, doch am Ende immer irgendwie unterlegen. Happy-Ends sind damals wie heute von Herzen gewünscht, sie entschädigen für manche Härte des wirklichen Lebens. Auch James Bond, Zorro, Lara Croft und viele andere mehr gehören der modernen Helden-Sparte an, die sich immer breiter ausfächert, weil die Individualität heute besonders großgeschrieben wird.
Auch das Spielen lässt uns Menschen nie ganz los, egal wie alt wir werden: Anders ist die aktuelle Spieleflut der Gaming-Branche nicht zu erklären. Wir verstricken uns in virtuelle Abenteuer, lösen knifflige Puzzles und hoffen auf den ganz großen Gewinn beim Kartenspiel. Die Praxis zeigt, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die sich um einen echten Tisch herum versammeln, um zu pokern! Das Gewinnen steht dabei im Vordergrund, obwohl die Devise „Dabeisein ist alles“ rein vordergründig auch aufs Kartenspielen übertragen wurde. Auch wenn das von Lady Gaga so besungene Pokerface Teil einer erfolgsversprechenden Herangehensweise sein kann, so bildet das Bluffen tatsächlich nur einen kleinen Teil des Spiels ab. Bluffen ist es aber letztlich auch, worum es in Lady Gagas Song geht, nur eben ganz anders, als man vielleicht denken mag. Sie beschreibt eine raue Art von Liebe, die wie ein spannendes Spiel funktioniert und doch im Grunde viel ernster ist. Aufregendes Prickeln inbegriffen.

Liebe und Geschlechterkampf: das neue weibliche Selbstverständnis

Apropos: Liebe und Partnerschaft gehören ebenfalls zu denjenigen Themen, die offensichtlich niemals echte Abnutzungserscheinungen aufweisen. Wenn John Smith in Game of Thrones endlich seine Drachenkönigin erobert, dann ist es fast wie damals, als der edle Ritter die Prinzessin befreite. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: In unserer Popkultur werden Frauen tendenziell stärker dargestellt, sie sind sozusagen ihre eigenen Herren. Aus diesem Grund kann Lady Gaga es sich auch leisten, mit ihrem Liebhaber exzessiv zu spielen, ohne sich dabei gesellschaftlich zu diskreditieren. Eins bedingt das andere: Auch in der Politik und den großen Unternehmen haben Frauen zunehmend das Wort, das wird inzwischen nicht einmal mehr als etwas besonderes angesehen. Trotzdem darf das weibliche Geschlecht auch zwischendurch schwach sein, das zeigt sich an den nach wie vor kitschigen Arztromanen und anderen Liebesschnulzen, die auch heute noch nach den bekannten Klischees funktionieren.

Die Mystik und die Einförmigkeit: Sinnsuche versus Alltagsleben

Das Mystische, Geheimnisvolle, oftmals auch Gruselige nimmt in unserer Kultur ebenfalls einen hohen Stellenwert ein. In einer rationalen, verwissenschaftlichen Gesellschaft ist nun einmal ein entsprechender Ausgleich gefragt, der das Unerklärliche in den Mittelpunkt stellt. Stephen King ist zwar schon ein alter Hut, seine Bücher verkaufen sich aber nach wie vor sehr gut. Filme wie „The Mule“, „Operation Overlord“ und „Shutter Island“ schlagen in eine ähnliche Kerbe, die direkt mit unserem Gänsehautzentrum verbunden ist.
Morgens beim Klingeln des Weckers aufstehen, brav zur Arbeit gehen, mittags in die Kantine, zum Feierabend wieder zu Hause sitzen, am Wochenende mal ein bisschen was unternehmen: So sieht das reale Leben vieler Menschen aus, da tut es gut, sich einfach mal auszuklinken und auf ganz anderen, abgründigen Pfaden zu wandeln. Nicht umsonst erfreut sich das Halloween-Fest wachsender Beliebtheit, und auch zu Karneval laufen immer mehr Menschen gruselig verkleidet als Teufel, Skelett oder Hexe herum. Der anhaltende Erfolg der Harry-Potter-Geschichten gibt denjenigen Recht, die behaupten: Unsere Welt braucht mehr Magie! Mit großer Wahrscheinlichkeit verbirgt sich dahinter sogar eine ernsthafte Sinnsuche, die nach einer Dimension hinter unserer vielleicht nur vorgeblendeten Wirklichkeit fragt.

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Im krassen Gegensatz dazu steht die Einförmigkeit, der wir uns rein visuell unterworfen haben. Autos gibt es fast nur noch in Schwarz, Silber und Grau – nur selten leuchtet ein feuerroter Wagen hervor. Die Kleidung der Menschen orientiert sich in der kalten Jahreshälfte scheinbar an den Autofarben, und moderne Einfamilienhäuser präsentieren sich in schlichten kubischen Formen, weiß gestrichen mit einer kühlen metallischen Eingangstür. Trotz aller Freiheiten und Eskapaden hat es der Einzelne offenbar anscheinend schwerer denn je, ganz öffentlich aus der Rolle zu fallen.

Unsere Helden sind zwar mutig und bunt, doch viele Herzen scheinen verzagt. Haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, in unseren Träumen zu leben und in der Wirklichkeit nur zu existieren? Unsere Popkultur offenbart jedenfalls an vielen Stellen eher unsere Wünsche als unser tatsächliches Sein.