KLONE – Unplugged

Mit ihrem letzten Album „Here Comes The Sun“ haben Klone einen echten Prog-Rock-Volltreffer gelandet, der allseits zu Recht für Begeisterungsstürme gesorgt hat. Nun haben sich die Franzosen Teile dieses Materials und ihrer ersten Veröffentlichung „The Dreamer’s Hideaway“ vorgenommen, um sie in einem akustischen Gewand neu zu interpretieren.

KLONE – Unplugged

„Unplugged“ heißt das neudeutsche Stichwort, das nicht selten für böse Vorahnungen sorgt, insbesondere wenn die ganze Sache halbgar präsentiert wird. Der kundige Musikfreund wird aber ahnen, dass man sich diesen Vorwurf im Falle von Klone natürlich schenken kann. Dafür bürgen sie mit viel zuviel Qualität und musikalischer Integrität.

Die Idee zu diesem klanglichen Experiment wurde geboren, als Klone im Mai 2016 für Anneke Van Giersbergen mit einem Akustik-Set eröffneten. Schnell entschloss man sich, die neu arrangierten Stücke vernünftig aufzunehmen und so einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Schon die Originalstücke von Klone glänzen mit ausgefeilten Arrangements und Instrumentierungen, die immer großen Wert auf Dynamik und differenzierte Zwischentöne legen. Und so passt sich das Material auch in seiner akustischen Form diesem Ansatz nahtlos an. Reduziert auf das Wesentliche und mit der Unterstützung ihres Musikerkollegen Armelle Dousset, der die Gitarrenarrangements mit Akkordeon, Percussion und Piano ergänzt, zeigen sich die Tracks von einer ganz intimen Seite, der es wahrlich nicht an emotionaler Tiefe mangelt. Nicht selten erinnern sie dabei an Anathema, die es ebenfalls meisterlich verstehen, ihren Songs neue Klangfarben zu verleihen.

Zu den eigenen Nummern gesellen sich mit Depeche Mode’s „People Are Poeple“ und dem Klassiker „Summertime“ noch zwei Coverversionen, die sich bestens in das Gesamtbild einfügen.

Wer Prog-Rock von seiner ganz verletzlichen und intimen Seite kennen lernen möchte, ist mit „Unplugged“ von Klone sicherlich mehr als gut bedient.

KLONE – Unplugged (Pelagic / Cargo)

(Jens)