Alle Beiträge von Jens

WE HUNT BUFFALO – Head Smashed In

Obacht, die Büffeljäger sind wieder auf der Pirsch!
Das kanadische Trio WE HUNT BUFFALO stellt dieser Tage mit „Head Smashed In“ den Nachfolger ihres ausgesprochen gelungenen 2015er Werkes „Living Ghosts“ vor.

WE HUNT BUFFALO – Head Smashed In

Nach wie vor gibt es den gewohnt mitreißenden Mix aus hartem Fuzz-Rock, eingängigen Melodien und einer Prise Psychedelica. Die Gitarren braten mit warmen Sounds eine amtliche Riffbreiteseite nach der anderen raus, während Sänger Ryan Forsythe seine markante Stimme gekonnt in den Fokus stellt. Gerade er verleiht dem Sound von WE HUNT BUFFALO einen äußerst eigenständigen Charakter. Kraftvoll und doch melodisch singt er vom nicht immer einfachen Leben als Musiker („Industrie Woes“) oder zitiert schon mal alte irische Folklore („The Giants Causeway“).

THE OCEAN – Phanerozoic I: Palaeozoic

Wenn ein Album am musikalischen Firmament erscheint, dessen Titel irgendwie mit einem Erdzeitalter zu tun hat, weiß die geneigte Hörerschaft schon, was und vor allem wer ihnen da ins Haus steht…! THE OCEAN reisen weiter durch die geomorphologische Geschichte unserer Erde und füllen mit ihrem neuen Werk PHANEROZOIC I: PALAEOZOIC die zeitliche und inhaltliche Lücke zwischen PRECAMBRIAN (2007) und HELIOCENTRIC / ANTHROPOCENTRIC (2010).

THE OCEAN – Phanerozoic I: Palaeozoic

Es geht um die Ausbreitung sowie Diversifizierung des Lebens inklusive wiederkehrender Massenvernichtung vieler Arten. Und da THE OCEAN nicht irgendeine Band ist, die dies mal eben so abhandelt, ist das aktuelle Konzept dann gleich auch wieder so umfangreich geworden, dass das vorliegende Album nur der erste Teil der Story ist. Teil zwei soll dann im Jahre 2020 erscheinen, so dass man schon jetzt davon ausgehen kann, dass es allen Beteiligten definitiv nicht langweilig wird.

RISING – Sword And Scythe

Zwei Jahre sind ins Land gezogen seit uns RISING mit ihrem letzten Album OCEANS INTO THEIR GRAVES beglückt haben. Nun präsentieren die Dänen mit SWORD AND SCYTHE den nicht minder tollen Nachfolger, der die zuvor eingeschlagene Marschrichtung konsequent fortsetzt und weiter ausbaut.

RISING – Sword And Scythe

Man hört dem neuen Werk an, dass hier die gleiche Mannschaft wie beim 2016er Vorgänger am Start ist. Eine Kontinuität, auf die Bandkopf Jacob Krogholt nicht immer bauen konnte. Nun scheint er aber mit Gründungs-Drummer Martin Niemann, Sänger Morten Grønnegaard, Gitarrist Anders Bo Rasmussen und Bassist Bjarke Lassen ein stabiles Bandgefüge gefunden zu haben, das seine musikalische Vision dauerhaft verwirklichen kann. Dementsprechend stimmig und wie aus einem Guss klingt dann auch das Material auf SWORD AND SCYTHE. Überhaupt scheinen RISING ihren eigenen Sound gefunden zu haben. Sich in der Schnittmenge aus Metal, Doom, Sludge und auch progressiveren Klängen bewegend, verstehen sie es, stets eigene Akzente zu setzen und absolut eigenständig zu klingen, sowohl beim Sound als auch beim Songwriting.

UNCLE ACID & THE DEADBEATS – Wasteland

Ein kultig knarziger Sound, eine lakonische Stimme und dazu bizarre Geschichten aus diabolischen Zwischenwelten… Willkommen im seltsamen Universum des Kevin Starrs und seinen UNCLE ACID & THE DEADBEATS!

UNCLE ACID & THE DEADBEATS – Wasteland

Wasteland, der fünfte Langspieler der Briten, führt uns in ein dystopisches Szenario, in dem ein repressiver Überwachungsstaat die Menschen kontrolliert, die sich alternativ nur in eben jenes Ödland flüchten können. Dieses Setting bietet die thematische Grundlage für UNCLE ACID & THE DEADBEATS‘ neues Werk, das musikalisch wieder einmal psychedelischen Retro-Hardrock präsentiert, der Verschrobenheit mit jeder Menge Hit-Potential kombiniert.

EARTH SHIP – Resonant Sun

Nachdem das Ehepaar Jan und Sabine Oberg zuletzt unter dem Namen GRIN einen psychedelisch-knarzenden Doombrocken („Revenant“) unter das begeisterte Volk gebracht hat, widmet es sich zusammen mit ihrem neuen Drummer Sebastian Grimberg nun wieder ihrem musikalischen Hauptvehikel. Als EARTH SHIP veröffentlichen sie mit „Resonant Sun“ dieser Tage ihr mittlerweile fünftes Album, das erneut allerhand Wüstenstaub aufzuwirbeln vermag.

EARTH SHIP – Resonant Sun

Den Einstieg macht der groovende Opener „A Handful Of Flies“. Wummernde Bassläufe, eine fuzzige Gitarre und das treibende Schlagzeug geben die Marschrichtung vor, die auch die weiteren sieben Stücke einschlagen werden. Ob nun sludgy-doomig wie bei dem folgenden „Smoke Filled Sky“ und dem schließenden „River Of Salt“ oder mit einer gehörigen Prise Heavy-Psych-Blues veredelt wie bei „Dormant“, EARTH SHIP wissen ihre Songs geschickt zu variieren. Dafür brauchen sie keinen schmückenden Firlefanz, sondern ihnen reicht ein gutes Songwriting und ein ehrlich erdiger Sound, der unter eigener Regie im hauseigenen „Hidden Planet Studios“ in Berlin entsteht.

ME & MUNICH – Knives Of The Sun

Nein, ME & MUNICH kommen nicht aus der bayrischen Landeshauptstadt, sondern aus dem deutlich über dem Weißwurstäquator liegenden Dänemark! Mit Knives Of The Sun veröffentlicht das Duo dieser Tage seine Debüt-EP, auf dem es kernigen Rock präsentiert, der eine Menge Flair der 90er Jahre versprüht.

ME & MUNICH – Knives Of The Sun

Jan Petersen und Marco Bøgehøj sind ihrerseits erfahrene Protagonisten der dänischen Musiklandschaft. Bisher unter dem Namen SHOCKING WHITE aktiv, haben sich die beiden dazu entschlossen, nun als ME & MUNICH auf die Bühnen dieser Welt zu treten. Grund war ein vollzogener Stilwechsel, der für die beiden der Anlass für den namentlichen Neustart war.

A BEAUTIFUL DAY

Joaquin Phoenix, der wohl zurzeit eindringlichste Charaktermime Hollywoods, stellt in A BEAUTIFUL DAY wieder einmal sein Talent für gebrochene Figuren zur Schau. In Lynn Ramsays knallhartem Rache-Thriller verkörpert Phoenix den Kidnapping-Spezialisten Joe, dessen Fachgebiet das Auffinden und die Rettung entführter Kinder ist.

A BEAUTIFUL DAY – Blu-ray

Zunächst scheint sich sein aktueller Auftrag kaum von den anderen schmutzigen Jobs zu unterscheiden, die er bisher erfolgreich erledigt hat. Er soll die halbwüchsige Tochter eines New Yorker Senators aus den Fängen eines Kinderhändlerringes befreien, der Nina (Ekaterina Samsonov) in einem Bordell gefangen hält. Auf gewohnt rabiate Weise gelingt es Joe das Mädchen zu befreien. Doch das soll erst der Anfang eines verhängnisvollen Strudels von Gewalt und herben Schicksalsschlägen sein, die fortan ihren Lauf nehmen. Die Gegner, mit denen sich Joe dieses Mal angelegt hat, scheinen mächtiger und einflussreicher zu sein, als er es sich jemals hätte denken können.

SHOSHIN – A Billion Happy Endings

SHOSHIN aus Manchester haben sich auf den Weg gemacht, um von Berlin aus die Musikwelt zu erobern.

SHOSHIN – A Billion Happy Endings

Zusammengespielt haben sich Pete (Gitarre, Gesang), Joe (Bass) und Sophie (Schlagzeug) ihren Erstling quasi auf der Straße. In echter Guerilla-Manier wurden vor den Toren größerer Rock-, Metal- und HipHop-Shows spontane Gigs abgehalten, die die ahnungslosen (Fremd-) Konzertbesucher von den eigenen Qualitäten überzeugen sollten. Überzeugt haben sie zumindest den namhaften Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic etc.), mit dem sie A Billion Happy Endings aufgenommen haben.

MOGWAI – KIN – The Original Motion Picture Soundtrack

Die Post-Rock-Heroen MOGWAI sind ja ohnehin Meister darin mit ihrer Musik cineastische Klangwelten zu erschaffen. Kein Wunder also, dass sich auch die Filmbranche mittlerweile den Diensten der Schotten bedient, um ihre Bilder und Geschichten mit einer stimmungsvollen Musikuntermalung zu versehen. So auch die beiden Regisseure Jonathan and Josh Baker mit ihrem Debütfilm KIN, dessen Soundtrack aus der Feder MOGWAIs stammt.

MOGWAI – KIN – The Original Motion Picture Soundtrack

KIN ist ein Science-Fiction-Thriller, der mit James Franco und Dennis Quaid durchaus prominent besetzt ist. Passend zum Thema zeigt sich auch der Score des Streifens in einem futuristischen Gewand. Die zumeist getragenen und elegischen Piano-Melodien werden mit sphärischen Keyboard-Teppichen und kargen Beats angereichert. Auch ohne den Film zu kennen, hat man bereits eine Ahnung von dessen Grundstimmung. Klar und kühl erscheint die Atmosphäre, die stilistisch ganz klar aus dem klanglichen MOGWAI-Universum stammt. Bis zum schließenden Track „We’re Not Done (End Title)“, ein Wave-Song, der nicht nur durch seine Gesangslinien heraussticht, taucht man unversehens ins Geschehen ein, das hoffen lässt, dass die dazugehörigen Bilder dieses Niveau zu halten verstehen.

DEAFHEAVEN – Ordinary Corrupt Human Love

Mit dem nach Graham Green benannten Ordinary Corrupt Human Love veröffentlichen DEAFHEAVEN ihre vierte Wundertüte, bei der selbst die vertrauteste Hörerschaft im Vorfeld nicht sicher sein kann, was denn wohl drinstecken wird. Die Band aus San Francisco sprengt mittlerweile alle Genrekonventionen und etabliert von Album zu Album ihren ganz eigenen Stil. Aus Black Metal, Postrock und Shoegaze kreieren sie einen Sound, der sich allein der Kunst und großer Emotionen verpflichtet fühlt.

DAVID EUGENE EDWARDS & ALEXANDER HACKE – Risha

Eigentlich braucht es nicht mehr als den Bandnamen, um das vorliegende Stück Musik zu beschreiben. Schlicht betitelt nach den beiden Protagonisten, können sich Freunde des musikalischen Schaffens von David Eugene Edwards (Wovenhand) und Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) sicher sein, mit ihrem Kollabo-Album RISHA ungewöhnliche und mindestens mitreißende Klänge präsentiert zu bekommen.

DAVID EUGENE EDWARDS & ALEXANDER HACKE – Risha

Und diesbezüglich enttäuschen die beiden Ausnahmekünstler nicht. Von Beginn an zieht einen das Werk in einen rauschhaften Bann, der sich aus Versatzstücken von Americana, Folk, Industial, Ambient und Ethno speist. Man nehme die erdige und spirituelle Klangwelt Edwards und addiere die Experimentierfreude und Extravaganz eines Alexander Hackes hinzu. Dies ergibt eine existenzielle Reise in entrückte Soundlandschaften, in der die Feder (…auf Arabisch „Risha“) über endlose Weiten der Nordamerikanischen Prärie tänzelt und auf ihrem Weg orientalische Einflüsse mitbringt.

GHOST – Prequelle

Mit dem Gebrauch von Superlative sollte man in der Regel ja eher sparsam sein. Hinsichtlich GHOSTs neuem Werk „Prequelle“ ist jegliche Zurückhaltung diesbezüglich allerdings nicht angebracht. Enttarnt und doch voll „in character“ legt Mastermind Tobias Forge sein bisheriges Magnum Opus vor, das sich anschickt, das Phänomen GHOST zu einem der größten Acts in der Rock’n’Roll-Welt werden zu lassen.

GHOST – Prequelle

Man könnte dem Mann aus dem schwedischen Lingköping unterstellen mit geschicktem Kalkül samt allerlei PR-Getöse den ganz großen Durchbruch erzwingen zu wollen. Die Einführung des neuen Hauptprotagonisten Cardinal Copia inklusive dem „Ende“ der bisher diensthabenden Papas wurde passend in Szene gesetzt und breit gestreut. Inszenierungen dieser Art gehörten aber schon immer zum Konzept von GHOST, das nur stetig ausgebaut und perfektioniert wurde.

GRIN – Revenant

Halluzinogene Ausflüge in wummernde Tieftonbereiche bescheren uns die Berliner GRIN mit ihrem Debütalbum „Revenant“. Das Duo am Bass und Schlagzeug pflügt sich knurrend durch psychedelischen Doom, der die Lavalampe mit Schweröl befüllt.

GRIN – Revenant

Stampfende Rhythmen bilden die Grundlage für einen bösen Basssound, der die Luft mächtig ins Schwingen bringt. Der Groove von GRIN gräbt sich tief in die Bodenkrume und wirbelt dabei allerhand Dreck auf. Hier und da gesellen sich vereinzelt ein paar verhallende Vocals hinzu, wobei der redundante Instrumentalcharakter aber immer deutlich im Vordergrund steht.

Hinter GRIN stehen Sabine (Bass) und Jan Oberg (Schlagzeug, Gesang), die sich bisher einen Namen als EARTH SHIP gemacht haben. Bei GRIN gehen sie nun deutlich roher und ungeschliffener ans Werk. Revenant bietet sechs rudimentäre Schwergewichte, die Sludge und Doom eine umnebelte Aura verpassen.

TOUNDRA – Vortex

Nachdem TOUNDRA ihre bisherigen Alben der Einfachheit halber schlicht durchnummeriert haben, hört das fünfte Werk der Spanier auf den Namen Vortex. Geblieben ist ihr breit bebilderter Instrumental-Rock, der spielerische Klasse und mitreißendes Songwriting auf spannendste Art und Weise miteinander vereint.

TOUNDRA – Vortex

Ein filmreifes Intro führt uns in diesen musikalischen Vortex, der sämtliche Klangfarben durcheinander wirbelt und nicht selten für Gänsehautmomente beim geneigten Zuhörer sorgt. Mit dem anschließenden „Cobra“ beginnen TOUNDRA gleich furios ihren instrumentalen Post-Rock/Metal-Reigen, der vor Finesse nur so überschäumt. Bereits hier vereinen sie alle ihre Qualitäten, die sich auf höchstem Niveau durch das ganze Album ziehen.

RED APOLLO – The Laurels Of Serenity

Ein ganz schön monumentaler Brocken ist es geworden, das dritte Album von RED APOLLO. Mit The Laurels Of Serenity beweist der deutsche Vierer erneut, dass er es meisterhaft versteht, krachigen Metal mit feinsten Melodien zu versehen.

RED APOLLO – The Laurels Of Serenity

Mit ihrem fein austarierten Post-Metal schaffen sie eine immens dichte und mitreißende Atmosphäre, die sowohl von ruhigen, fast schon sphärischen Momenten als auch von eruptiver Härte geprägt ist. Zwar lugen hier und da ganz schön heftige Growls hervor, insgesamt setzt The Laurels Of Serenity sein Hauptaugenmerk aber deutlich auf das Instrumentale.

OCTOPUS – Supernatural Alliance

Das Psychedelic Rock auch mal so richtig Arsch treten kann, beweisen OCTOPUS mit ihrem Debüt Supernatural Alliance.

OCTOPUS – Supernatural Alliance

Genrebedingt fuzzen sich die Gitarren natürlich auch hier durch die Soundlandschaft. Die Songs der Detroiter um Bandkopf J. Frezzato (ex-Electric Six) sind aber so stringent und knackig entworfen, dass auch die außerorbitalen Ausflüge immer den Kontakt zur Bodenstation wahren. Und dieser Umstand ist absolut positiv zu bewerten, kommen OCTOPUS demnach immer auf den kernigen Punkt. So stehen auf Supernatural Alliance straighte Nummern („Strike“) Seit an Seit mit retro-futuristischen Rockopern (Child Of Destiny), was die Scheibe schön abwechslungsreich macht.

BLACK RAINBOWS – Pandaemonium

Mit Pandaemonium hauen die Italiener BLACK RAINBOWS ihren sechsten Langspieler raus, mit dem sie uns erneut in spacige Sounddimensionen entführen.

BLACK RAINBOWS – Pandaemonium

Ja, hier rieselt nicht nur furztrockener Wüstensand aus den Boxen, sondern auch ein fettes Rockbrett. Gabriele Fiori (Gesang, Gitarre), Giuseppe Guglielmino (Bass) und der neue Schlagzeuger Fillippo Ragazzoni braten sich in bester Stoner-Manier durch die Tracks, die obendrein auch noch jede Menge psychedelische Nebelschwaden verströmen.

Da liegt der Vergleich mit ihren Neu-Labelkollegen von NEBULA natürlich auf der Hand. Pandaemonium atmet den Vibe der End-90er Stonerrockwelle, die eben durch solche Bands wie NEBULA oder auch KYUSS und FU MANCHU geprägt wurde. Besonders progressiv ist der Sound von BLACK RAINBOWS demnach also nicht. Muss er aber auch nicht sein, wenn der Wüstenrock derart ordentlich rollt und ehrlich vorgetragen wird.

NEBULA – Let It Burn / To The Center / Dos EP’s

Mit der Wiederveröffentlichung ihrer Frühwerke Let It Burn, To The Center und Dos EP’s nehmen uns NEBULA gut zwanzig Jahre mit zurück in ihre musikalische Vergangenheit.

Zusammen mit KYUSS und FU MANCHU gehörten NEBULA zu den Wegbereitern des furztrockenen Stoner/Desert Rocks, der in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren die Musiklandschaft entscheidend mitprägte. Schwere, fuzzige Gitarrenriffs treffen auf doomige Lavasounds und einen psychedelischen Mindfuck, der dem guten alten Rock’n’Roll eine ganz eigene Note verleiht. Die Röhrenamps glühen vor Freude und das Wah-Pedal wird im Sekundentakt bis aufs Bodenblech getreten. Dazu gesellt sich ein rotzig-nöliger Gesang, der die Zungenschwere einer beruhigenden Kräuterzigarette verströmt.

PHANTOM WINTER – Into Dark Science

Phantom Winter entführen uns zum dritten Mal in ihr apokalyptisches Habitat, das schroff und kühl kaum heimelige Atmosphäre bietet. Mit Into Dark Science haben sie ein Album geschaffen, das sich natürlich keinen Deut hoffnungsvoller gibt, als seine ebenso niederschmetternden Vorgänger, dem 2015er Debut CVLT und dem folgenden Sundown Pleasures (2016).

PHANTOM WINTER – Into Dark Science

Mit ihrer ganz eigenen Mixtur aus Doom, Noise und Black Metal kreieren die Würzburger dunkelste Abgründe, die genauso brachial wie kunstvoll sind. Growls und infernalisches Gekeife peitschen durch die Songs, die karg und schroff Dissonanzen mit zerbrechlichen melodischen Figuren verschmelzen. Meist zäh durch den Morast kriechend pflügen sich die Tracks durch emotionale Krater. Phantom Winter zimmern den knarrenden Grund einer massiven Abwärtsspirale, die den geneigten Hörer gänzlich in sich verschluckt.

WE SELL THE DEAD – Heaven Doesn’t Want You An Hell Is Full

Unter dem Namen WE SELL THE DEAD firmieren ein paar durchaus illustre Protagonisten der jüngeren Metal-Historie. So sind hier mit Niclas Englin (In Flames, Engel), Jonas Slättung (Drömrikets), Gas Lipstick (ehemals HIM) und Apollo Papathanasio (Spiritual Beggars, Firewind) allseits bekannte Musiker am Werk, die sich die Frage gestellt haben, wie es wohl klingen mag, würde Jack The Ripper heute in einer modernen Rockband musikalisch (!!!) aktiv sein? Die Antwort liefern sie mit ihrem Debütalbum Heaven Doesn’t Want You An Hell Is Full, das knackigen Heavy Metal bietet, der für amtliche Unterhaltung sorgt.